Projekt GFA - Ein Großfeld-Astrograph für das Format 4 x 5"

Teil III: Planitätstest der Ansaugkassette
 
Aktueller Status: GFA fertiggestellt und erfolgreich in Betrieb genommen
 
Zum Test der tatsächlichen Filmplanlage machte ich zusammen mit Matthias Knülle im August einige Testaufnahmen. Das Testverfahren beruht auf einem relativ einfachen Aufbau: auf einem LCD-Computerbildschirm wird ein Schachbrettmuster dargestellt (ein Röhrenmonitor ist wegen des Flimmerns ungünstig). Das Schachbrettmuster muss regelmäßig sein und in der nativen Auflösung des Bildschirms (in der Regel 72 dpi) dargestellt werden, um Aliaseffekte zu vermeiden.
 

 
Die Filmkassette wird mit einem Blatt Planfilm geladen, der Schieber wird heraus- gezogen. Die Ansaugpumpe wird mit der Kassette verbunden und eingeschaltet. Dann wird die Filmkassette senkrecht in einem Winkel von 45° zum ebenfalls senkrecht stehenden LCD-Monitor aufgestellt. Nun macht man mit einer (vorzugsweise digitalen) Fotokamera wiederum im Winkel von 45°, also 90° zum LCD-Bildschirm, ein Bild der Spiegelung des Schachbrettmusters auf der Planfilmoberfläche. Zu achten ist auf eine ausreichende Tiefenschärfe, so dass wegen der erforderlichen kleinen Blende lange Belichtungszeiten entstehen, und die Kamera auf ein Stativ montiert werden muss. Etwaige Unebenheiten treten dann im Bild deutlich hervor (ein Klick auf das Bild lädt eine größere Version):
 
Planitätstest 1
 
Für diese Aufnahme wurde ein 1 cm langes und 60 µm dickes Haar zwischen Planfilm und Kassette gebracht. In der gelben Markierung ist die Aufwölbung im Originalbild deutlich im Reflexmuster zu erkennen. 60 µm entsprechen etwa der maximalen Planlage-Toleranz bei F 4.5. In den roten Markierungen erscheinen weitere, kleinere Filmaufwölbungen. Diese beruhten auf kleineren Aufwölbungen, die durch das Bohren der Löcher verursacht wurden. Diese Grate wurden entfernt. Danach zeigte die Kassette eine gute Planlage:
 
Planitätstest 2
 
Nur winzige Unebenheiten sind noch zu erkennen. Auch wölbt sich der Film am Rand der Kassette hinten links noch geringfügig auf. Insgesamt ist die Planlage so aber akzeptabel. Nach diesen Vorarbeiten hatte der fertige GFA dann am 31.8.2005 sein "Zweites First Light"...
 
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Stand 7.9.2005

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